Als Projekteinstieg diente die gleichnamige Ausstellung im Januar 2009 im Schaufenster von »Pferdesport Hoffmann«. Fragmente einer Familiengeschichte aus der Sicht einer Enkelin wurden gezeigt. Sie legte Spuren zu Herkunft und Leben einzelner Mitglieder ihrer Familie und deren Heimlichkeiten – die »Familienerinnerungen«. In der Familie gibt es ledige Mütter. Über die »fehlenden« Väter wird kaum gesprochen. Um ihre Herkunft kreisen verschiedene Familiensagas. Sie stammen meist aus Erzählungen der Großmutter. Diese ändern sich im Laufe der Jahre. So entstehen die Familienerinnerungen der Enkelin. Zentrale Rolle spielt hierbei die Großmutter als Quelle der Erzählungen, als ledige Mutter, die während des Zweiten Weltkriegs eine Tochter zur Welt bringt, selbst mit unklarer Herkunft. Auch ihr Vater ist Kind einer ledigen Mutter. Dem Urgroßvater bzw. der Mutter werden Auszüge aus diesen Familiensagas zugeordnet. Auf vier Tafeln konnte man sie als Digitalfotoprints sehen und so wurden sie scheinbar weiterverbreitet. Das Wenige, das der Enkelin zur Herkunft der Familienmitglieder bekannt ist, verschweigt sie. Für den Betrachter unsichtbar war es in drei verschnürten und beschrifteten Kartons enthalten.
Die Bürger St. Leonhards haben die Möglichkeit, ihre »Familiengeschichte« zu erzählen, Familienheimlichkeiten offen zu legen. Am Aktionswochenende der LeoPARTs, das im Juli 2009 auf dem Leonhardsplatz stattfand, gab es hierzu eine weitere Ausstellung und einen Info- und Gesprächsstand. Nach Abschlussder Recherche sollen die gesammelten »Familienheimlichkeiten« im Stadtteil dokumentiert und in einer Ausstellung in geschlossenen Kisten präsentiert werden.